Interview mit Marco Zeugner
Drei Fragen an Marco Zeugner, Geschäftsführer von Lost Horizon-Entwickler Animation Arts:
1. Lost Horizon gehört zu den wenigen Adventures mit einer echten Abenteuergeschichte. Was hat euch dazu inspiriert, wie seid ihr auf dieses Setting gekommen?
Marco: Unsere Vorbilder sind die klassischen Abenteuergeschichten und -filme, die ihre Blütezeit in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts hatten. Hier sind also vor allem zu nennen: James Hiltons Roman „Der verlorene Horizont“ (Originaltitel: „Lost Horizon“), der uns zu unserer Story, dem Setting und den Charakteren inspiriert hat, Abenteurer wie Allan Quatermain, aus den Romanen von Henry R. Haggard und im Film „König Salomons Diamanten“ („King Solomon’s Mines“), oder Haudegen wie Patrick O’Malley (gespielt von Tom Selleck) aus dem Film „Höllenjagd bis ans Ende der Welt“ (Originaltitel: „High Road to China“) von 1983.
2. Kannst du auch Spiele nennen, die euch bei der Entwicklung beeinflusst haben?
Marco: Da unsere Begeisterung für Adventures in der „goldenen Ära“ des Genres, also Anfang bis Mitte der 1990er Jahre, entstanden ist, sind es vor allem Spiele wie „Heart of China“, „Flight of the Amazon Queen“, „Indiana Jones and the Fate of Atlantis“ und „The Riddle of Master Lu“, die uns in liebevoller Erinnerung geblieben sind. Leider hat es in den vergangenen Jahren kaum Adventures mit einem vergleichbaren Setting und mit ernsthaften Hintergrund gegeben. Wir wollen mit Lost Horizon eine ernsthafte und erwachsene Abenteuergeschichte erzählen, ohne dass dabei jedoch auf das eine oder andere Schmunzeln verzichtet werden soll. Entsprechend wird Lost Horizon ein PC-Adventure mit klassischer Abenteuergeschichte in einer zeitgemäßen Präsentation und Bedienung. So wird die aus unserer erfolgreichen Geheimakte-Abenteuerreihe simple und intuitive Bedienung wieder zum Einsatz kommen, ebenso die pointierten Dialoge, die bei den Spielerinnen und Spielern sehr gut angekommen sind.
3. Es gibt sogar einige historische Grundlagen für die Handlung in Lost Horizon. Wie habt ihr sie in die Geschichte integriert?
Marco: Historisch gesichert ist, dass es 1930, 1934 und 1938 deutsche Expeditionen nach Tibet gegeben hat. Durch diesen historischen Hintergrund sind die Nazis glaubhafte Antagonisten im Gebiet von Tibet. In unserer Geschichte spinnen wir das Motiv weiter und lassen sie für ihr Ziel der Unterwerfung der Welt noch schrecklichere Waffen suchen. Zusätzlich greifen wir den Mythos vom sagenhaften Shambala auf – ein paradiesartiges Reich, dessen Zugang der Legende nach versteckt im Himalaya liegen soll. So können wir in unsere Story noch mehr Dramatik reinbringen. Die tibetischen Mönche bewachen den Zugang zu Shambala seit alters her. Auch Fenton Paddock wird schnell klar, dass die Nazis niemals die Kontrolle darüber erlangen dürfen.















